5 Mythen rund um Gelenkprobleme

Schätzungen zufolge leiden mehr als 20 Millionen Deutsche bereits unter Gelenkproblemen. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen sind es laut einer Studie bereits zwei von fünf Personen. Ähnlich häufig sind allerdings auch die falschen Annahmen über Ursache und Behandlung von Gelenkschmerzen.

Ob Aufstehen, in die Knie gehen oder die Schulter drehen; ob Treppensteigen, Haare kämmen oder Kochen – Gelenkprobleme sind für die Betroffenen bereits bei alltäglichen Bewegungen äußerst belastend. Gerade weil es unzählige Ursachen geben kann, sind Gelenkschmerzen der Stoff für zahlreiche Mythen. Doch vieles davon entspricht nicht der Wahrheit. Was stimmt und was nicht? Und noch viel wichtiger: Was hilft und was nicht?

Mythos #1

„Gelenkschmerz ist gleich Verletzung“

Gelenkschmerzen sind nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer akuten Gelenkverletzung. Häufig liegt die Ursache nämlich in Abnutzungserscheinungen. Dabei geht zunehmend die schützende Knorpelschicht verloren. Auch die Gelenkschmiere, die für eine reibungslose Bewegung sorgt, wird weniger und mit der Zeit ist die nötige Dämpfung nicht mehr ausreichend vorhanden. Die Folge: Knochen reiben aneinander und es knackt und knirscht häufig.

Vielversprechende Studien zeigen, dass bei kurmäßiger Einnahme von Gelenknährstoffen bei gleichzeitig schonender Bewegung die Schmerzen signifikant reduziert werden können.

Mythos #2

„Bestimmt eine Entzündung"

Wer hinter Gelenksschmerzen automatisch eine Entzündung vermutet, liegt ebenfalls falsch. Zwar kann dies neben akuten auch bei chronischen Schmerzen häufig der Fall sein, aber nicht immer. Das Wichtigste: Gehen Sie nicht automatisch von einer Entzündung aus und warten tatenlos auf deren Abklingen.

Mythos #3

„Keine Behandlung möglich"

Zwar kann der Abnutzungsprozess der Gelenke nicht gestoppt werden, es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden, auch wenn Schmerzfreiheit in manchen Fällen kein realistisches Therapieziel ist. Dazu gehören die unterschiedlichsten Therapieformen, regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung. Es wird empfohlen, über einen längeren Zeitraum, mehrmals die Woche, echte Rindsuppe zu sich zu nehmen, die wichtige Gelenkbaustoffe enthält.

Dabei ist es wichtig, dass folgende Gelenkbausteine darin enthalten sind:

  • Glucosamin: sorgt für einen knorpelschützenden Effekt1,2
  • Chondroitin: schützt die Knorpel vor dem Austrocknen2,3
  • Natürliches Kollagen: für Druckfähigkeit und Elastizität der Bandscheiben und Sehnen2,4
  • Hyaluronsäure: reduziert die Reibung zwischen den Knorpeln2,5

Mikrorisse, welche bei einer Überbelastung des Gelenks in der Knorpelschicht entstehen, können dadurch wieder ausgeglichen werden.

Mythos #4

„Gelenkschmerzen treten erst im Alter auf"

Meistens treten Probleme mit den Gelenken verstärkt bei Menschen über 50 auf, dennoch entscheidet nicht nur das Alter allein darüber, ob man Gelenkschmerzen hat oder nicht. Viele weitere Ursachen wie etwa Bewegungsmangel oder falsche Belastung können ebenfalls maßgebend sein. Für die Schmerzintensität bei Arthrose spielen zusätzliche Faktoren wie Übergewicht, Verletzungen, Geschlecht und Hormone eine Rolle. Mit einer gesunden Ernährung und einem aktiven Lebensstil vorzubeugen, ist also immer sinnvoll.

Mythos #5

„Sport schadet den Gelenken"

Oft wird davon ausgegangen, dass sich Knorpel und Gelenke bei Sport abnutzen und zu Schmerzen führen. Diese Annahme ist jedoch falsch, da Knorpel Bewegungen für die Aufrechterhaltung ihrer Funktion brauchen und nur durch regelmäßige Belastung nötige Nährstoffe aufnehmen können. Sport ist vor allem dann schädigend für die Gelenke, wenn beispielsweise abrupte Bewegungen ausgeführt oder die Gelenke bei langem Bergabgehen zu stark belastet werden. Fließende oder schonende Bewegungen wie Nordic Walking werden bei Gelenkbeschwerden sogar empfohlen.

Quellen

  1. Nagaoka I et al. Chondroprotective action of glucosamine, a chitosan monomer, on the joint health of athletes. Int J Biol Macromol 2019; 132: 795–800.
  2. van Berg F den, Cabri J. Das Bindegewebe des Bewegungsapparates verstehen und beeinflussen. 2nd edn. Stuttgart: Thieme, 2003.
  3. Singh JA et al. Chondroitin for osteoarthritis. Cochrane Database Syst Rev 2015; 1: CD005614.
  4. Mehra A et al. A non-interventional, prospective, multicentric real life Indian study to assess safety and effectiveness of un-denatured type 2 collagen in management of osteoarthritis. Int J Res Orthop 2019; 5 (2): 315.
  5. Wang S-J et al. The effect of oral low molecular weight liquid hyaluronic acid combination with glucosamine and chondroitin on knee osteoarthritis patients with mild knee pain: An 8-week randomized double-blind placebo-controlled trial. Medicine (Baltimore) 2021; 100 (5): e24252.